Frankfurt (BoerseGo.de) – Nach dem gestrigen Ausverkauf an den Rohstoffmärkten stabilisiert sich die Lage zum Wochenschluss. Gold erholt sich dabei von seinem Kursrutsch auf ein Zweieinhalbjahrestief bei 1.276,50 US-Dollar und notierte bislang bei 1.302,50 US-Dollar je Feinunze im Hoch.

    Gold hat am Donnerstag 4,9 Prozent an Wert verloren, nachdem US-Notenbankpräsident Ben Bernanke angekündigt hatte, das Anleihenkaufprogramm (QE3) der Fed von derzeit monatlich 85 Milliarden US-Dollar im weiteren Jahresverlauf zu reduzieren und bis Mitte 2014 zu beenden. Analysten erwarten einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge nun mehrheitlich (44 Prozent) eine erste Reduzierung der Anleihenkäufe bei dem Fed-Treffen im September. 15 Prozent rechnen mit einer ersten Reduzierung im Oktober, 28 Prozent im Dezember und 13 Prozent erwarten eine erste Reduzierung der Anleihenkäufe erst im kommenden Jahr. Die Umfrage wurde am 19. und 20. Juni nach der Bernanke-Ankündigung durchgeführt.

    „Die Aussicht auf weniger Geldzufluss und gar noch steigende Zinsen hat die Attraktivität von Rentenanlagen erhöht. Gleichzeitig wird der US-Dollar ebenfalls attraktiver aus Sicht der Investoren und dämpft die Nachfrage vor allem nach Gold als ‚sicherem Hafen‘. Insbesondere Exchange Traded Funds (ETFs) setzen nun den Abbau ihrer Goldbestände fort“, schreiben Thorsten Polleit und Julia Kramer im aktuellen „Degussa Marktreport“.

    Gold ist im April in einen Bärenmarkt eingetreten und weitet seitdem die Verluste vom im September 2011 erreichten Allzeithoch bei 1.921,15 US-Dollar je Feinunze aus. Die Gold-ETF-Bestände sind gestern mit 2.106,1 Tonnen auf den niedrigsten Stand seit März 2011 gefallen.