Zürich (BoerseGo.de) – Nach den massiven Verlusten der vergangenen beiden Handelstage ist am Dienstag am Goldmarkt Ruhe eingekehrt. Vom zu Wochenbeginn erreichten Zweijahrestief bei 1.337,00 US-Dollar je Feinunze erholte sich das Edelmetall bislang bis 1.391,55 US-Dollar pro Unze in der Spitze.

    Grund für den Preisrutsch war einerseits die Erwartung, dass die US-Notenbank ihr quantitatives Lockerungsprogramm im weiteren Jahresverlauf zurückfahren könnte, da sich die US-Konjunktur erholen dürfte und Inflation weiterhin kein Thema ist, andererseits könnte das Goldangebot am Markt steigen, wenn die zyprische Notenbank ihre Goldreserven tatsächlich verkauft. Zudem wüchsen die Sorgen, dass auch andere europäische Zentralbanken gezwungen sein könnten, ihre Goldbestände zu Geld zu machen, schreiben die Analysten von Goldman Sachs heute in einem Report.

    Nachdem diese fundamentalen Gründe erste Verkaufsaktivitäten ausgelöst hatten, kam die technische Situation ins Spiel. „Als die Preise unter eine wichtige Unterstützung bei 1.520 US-Dollar fielen, wurden Stop-Losses ausgelöst und die Verkaufsaktivität beschleunigt. Die Goldpreise gerieten in einen freien Fall und durchbrachen weitere technische Unterstützungen“, schreiben die Analysten der Credit Suisse, die davon ausgehen, dass die Verkaufswelle noch nicht zu Ende ist, im heutigen „Research Daily“.

    „Bislang ist dies die größte Korrektur seit den 1980er-Jahren. Die Marktstimmung ist nun sehr negativ, und die Abflüsse aus physisch gesicherten ETFs halten an. Die nächste wichtige technische Unterstützung liegt bei 1.300 US-Dollar, sodass sich der Ausverkauf in den nächsten Tagen fortsetzen könnte“, so die Credit-Suisse-Analysten.