Kopenhagen (BoerseGo.de) - Die letzten Tage kannten an den Finanzmärkten kaum andere Themen als den freien Fall des Goldpreises. Der einstige Liebling der Investoren scheint verwundbar geworden. „Viele fragen sich, ob die aktuelle Entwicklung das Ende der seit 2001 anhaltenden Goldrallye bedeutet oder aber nur eine große Chance zu investieren”, so Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank.

    Noch bis letzten Freitag habe der Goldpreis innerhalb der Spanne zwischen 1.525 und 1.800 US-Dollar gelegen, in welcher er sich seit etwa 18 Monaten konsolidierte. „Dennoch sehen wir im Grunde seit September 2012 eine langsame Abwärtsbewegung”, erklärt Hansen. „Spekulative Anleger wie Hedgefonds neigen dazu, schnell den Knopf zu drücken, wenn sich Veränderungen abzeichnen. Und seit September scheinen sie den Glauben an die Fortsetzung der Goldrallye verloren zu haben.” ETF-Investoren, die längerfristig anlegen, hätten hingegen teilweise noch bis Februar ihre Positionen ausgebaut.

    „Mit dem ganzen Geld, das in den ETFs steckt, kam der Stein ins Rollen. Im letzten Monat sahen wir schon, wie kontinuierlich Long-Positionen liquidiert wurden, obwohl Euro-Krise, Wirtschaftsdaten aus den USA und China sowie ein massives Kaufprogramm der Bank of Japan eigentlich hätten unterstützend wirken müssen”, so der Rohstoffexperte. „Was den Anlegern aber nun Angst macht, ist der Verkauf der zypriotischen Goldreserven. Den allein könnte der Markt zwar abfedern, aber wenn das Beispiel auch in anderen Euro-Krisenländern Schule macht, sind plötzlich ganz andere Mengen im Markt.”

    Kernfrage bleibt also: Wann und wo stoppt der Absturz wieder? „Fundamentaldaten, die den Goldpreis stützen, werden jedenfalls ignoriert”, meint Hansen. „Die Dauerrallye mag fürs erste vorbei sein, aber für einen Abgesang auf Gold ist es noch zu früh. Die nächsten Tage und Wochen werden entscheidend sein, denn die Sache ist zu einem Nervenkrieg geworden”, so der Saxo Bank Experte abschließend.