Frankfurt (BoerseGo.de) - Gold hat gestern im Zuge schwacher asiatischer Aktienmärkte – der Nikkei 225 hatte erneut mehr als fünf Prozent verloren – die psychologisch wichtige Marke von 1.400 US-Dollar je Unze zurückerobert und handelt derzeit mit gut 1.420 US-Dollar auf einem Zweiwochenhoch. Auch in Euro gerechnet steigt Gold auf knapp 1.090 EUR je Feinunze und damit ebenfalls auf den höchsten Stand seit gut zwei Wochen, wie die Analysten der Commerzbank im heutigen „TagesInfo Rohstoffe“ schreiben.

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    Der abermalige Kursrutsch des Nikkei habe wiederholt deutlich gemacht, dass die jüngste Hausse an den Aktienmärkten keine Einbahnstraße sei. Dies mache Gold in den Augen einiger Marktteilnehmer offenbar attraktiver, was sich auch in geringeren ETF-Abflüssen widerspiegele. In den letzten beiden Tagen seien die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs ‚nur‘ um gut zwei Tonnen abgebaut worden. Inwiefern sich daraus ein nachhaltiger Trend entwickle, bleibe allerdings abzuwarten, heißt es.

    „Ein Großteil der physischen Abflüsse aus den Gold-ETFs in den letzten Monaten könnte nach Asien und in arabische Länder gelangt sein. So erwartet der World Gold Council (WGC), dass z.B. Indien im laufenden Quartal eine rekordhohe Menge von 300-400 Tonnen Gold importieren wird. Dies wäre fast die Hälfte der gesamten Goldeinfuhren des letzten Jahres. Der WGC sieht für die asiatischen Märkte generell eine rekordhohe Goldnachfrage auf Quartalsbasis. Damit würde das Gold aus den offenbar ‚zittrigen‘ Händen der ETF-Investoren in ‚starke‘ Hände übergehen – eine Entwicklung, die den Goldpreis mittel- bis langfristig unterstützen sollte“, so die Commerzbank-Analysten.