Athen (BoerseGo.de) - In Athen sind vom griechischen Parlament am Sonntag weitere Sparschritte beschlossen worden. Darunter fällt auch die Entlassung von 15.000 Beamten - die erste seit Jahrzehnten. Die Stellen werden bis Ende 2014 gestrichen. Außerdem soll eine neue Grundbesitzsteuer eingeführt werden.

Damit werden die Voraussetzung für die nächsten Tranchen der internationalen Hilfsgelder von 8,8 Milliarden Euro geschaffen. „Am Montag wird die Arbeitsgruppe der Eurogruppe über die 2,8 Milliarden (Euro) und am 13. Mai die Eurogruppe über die restlichen sechs Milliarden (Euro) entscheiden“, sagte Finanzminister Ioannis Stournaras dem Fernsehen des Parlamentes (Vouli).

Heftige Kritik kam von der Opposition. „Wir haben hier eine Troika-Memorandum-Diktatur“, sagte der Sprecher der stärksten Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza), Panagiotis Lafazanis, im Parlament. Die Regierung handle nach den Geboten der Geldgeber aus EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank und nicht nach den Regeln des Parlamentes. Vor dem Parlament in Athen kam es zu Demonstrationen mit ca. 3.000 Teilnehmern.

Starökonom Hans-Werner Sinn, Chef des Münchner Ifo-Instituts, plädierte in einem Interview für einen starken Euro. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Krisenländer aus der Währungsunion ausscheiden. „Ich glaube, dass es sich lohnt, den Euro als solchen zu verteidigen. Ich halte es aber für einen großen Fehler, die schwachen Länder Südeuropas auf Biegen und Brechen im Euro zu halten“, sagte Sinn im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Damit helfe man diesen Ländern nicht und man verringere die Überlebenswahrscheinlichkeit des Euro.

Sinn sprach sich für einen befristeten Austritt insbesondere von Griechenland und Zypern aus. Mit einer anschließenden Abwertung der eigenen Währung könnten diese Länder wieder wettbewerbsfähig werden und später zum neuen Wechselkurs, also zu kleineren Preisen und Löhnen, wieder in den Euro zurück, wiederholt Sinn frühere Aussagen. Dabei solle die Rückkehr-Option aber mit Reformauflagen verknüpft werden.