Nach dem Lanxess Investorentag haben die Analysten der HVB ihre Einschätzung bezüglich der Ertragszyklizität der Basischemie (Teil des Sektors Chemische Zwischenprodukte) nach oben revidiert. Auch das Geschäftsmodell der Lederchemie wird nun als aussichtsreicher betrachtet als bisher angenommen.

    Ein von HVB Equity Research unterstellter Ergebnisrückgang 2007 auf ein EBITDA (vor Sondereffekten) von 592 Millionen Euro wird in Anbetracht der guten Nachfrageentwicklung der Industrie für zu negativ gehalten. In Folge dessen wird die aktuelle Schätzung für 2007 auf ein EBITDA von 610 Millionen Euro angepasst und das Kursziel von 31,50 Euro auf 35 Euro erhöht.

    Aus der aktuellen Studie geht weiter hervor, dass der Kurs über den Fair Value hinausschießen könnte. Der gute Track-Record des Managements lässt nach Angaben der Investmentbanker die Kapitalmärkte frühzeitig von künftigen Entscheidungen antizipieren.

    Lanxess will bis 2009 eine EBITDA-Marge im Durchschnitt der Peer-Group erreichen (aktuell 12-14 Prozent). Die Angabe bezieht sich auf das aktuelle Portfolio. Bis 2009 soll zudem keine Einheit mehr eine EBITDA-Marge von weniger als 5 Prozent erreichen. Nach Einschätzung der HVB sind die ertragsschwächsten Einheiten Lustran (ABS), Saltigo (Feinchemie), Technischer Kautschuk und die Textilchemie (28% vom Gruppenumsatz). 2006 sollten Saltigo und Technischer Kautschuk aber bereits erheblich Ertragsfortschritte erreichen. Für 2009 erwartet HVB Research eine konzernweite EBITDA-Marge von 9-10 Prozent.

    Nach operativer Verbesserung, Restrukturierung, und Portfoliooptimierung soll nun mit Akquisitionen der Konsolidierungsprozess der Branche aktiv gestaltet werden. Dabei gibt das Management keinerlei Eingrenzungen. So können sowohl in jedem Sektor bereits vorhandene Geschäftsfelder verstärkt werden als auch neue Felder hinzukommen. Letzteres wäre nach Angaben der Analysten interessant, wenn Lanxess durch besseres Management die operative Performance so schnell verbessern könnte, wie es im bisherigen Konzern bereits geschehen ist.

    Auf Basis der vorliegenden Informationen bekräftigt die HVB ihr Rating „Neutral“.