Externe Quelle: Nord/LB

• Pünktlich zum Wochenstart hat das in München beheimatete ifo-Institut die Ergebnisse seines Geschäftsklimaindex für den Berichtsmonat Mai veröffentlicht. Demnach stieg das wohl wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft im Wonnemonat Mai leicht an und notiert nun bei einem Wert von 84,2 Punkten. Damit hält allerdings die Diskrepanz zwischen der aktuellen Geschäftsbeurteilung und der in die Zukunft gerichteten Geschäftserwartungen unvermindert an. Während sich die Lagekomponente – nach kurzer Erholung im Vormonat – erneut gen Süden bewegt, können sich die Erwartungen weiter stabilisieren.

• Die Erholung der Lagekomponente im April kann damit bestenfalls als Zwischenhoch interpretiert werden. Der aktuelle Rückgang frisst den Zugewinn aus dem Vormonat auf und die Geschäftsbeurteilung fällt erneut auf ein zyklisches Tief. Freundlicher präsentieren sich die Geschäftserwartungen. Sie legen bereits den fünften Monat in Folge zu und sind damit Ausdruck der sich verstärkenden Hoffnung, dass die Krise mittelfristig überwunden werden kann. Will man diese Hoffnung durch harte Fakten untermauern, muss man in diesen Tagen jedoch noch sehr genau hinsehen. So konnte zuletzt immerhin der freie Fall der Auftragseingänge gestoppt werden. Konjunkturpakete und eine investitionsfreundliche Geldpolitik sollen flankierend unterstützen und dürften in den kommenden Monaten ihre Wirkung entfalten.

• Dass wir uns aber auch weiterhin in einem konjunkturell sehr fragilen Umfeld bewegen, zeigen Äußerungen aus den USA. Von dort waren ja bereits eine ganze Reihe optimistischer Töne zu vernehmen gewesen. Allerdings sorgte gerade die Fed mit Veröffentlichung ihres letzten Sitzungsprotokolls für etwas Ernüchterung. Lässt der Konjunkturfrühling in den USA doch länger auf sich warten, wirkt sich das eben auch auf das Wachstum des Exportweltmeisters Deutschland bremsend aus.

• FAZIT: Der ifo-Geschäftsklimaindex bleibt insgesamt im Rahmen unserer Erwartungen. Positiv kann man sicher hervorheben, dass der Index eine neue Bestmarke für das Jahr 2009 aufstellt. Ansonsten bleiben wir klar auf Rezessionsniveau. Wenig überraschend kommt für uns das Nachgeben der Lagekomponente. Sie hatte sich – zur großen Verwunderung der Märkte – im vergangenen Monat leicht verbessert. Diese Erholung ist nun hinfällig. Für eine Entwarnung ist es demnach weiter viel zu früh – im Gegenteil, gerade mit Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt gehen wir wohl einem heißen Sommer entgegen.