Rom (BoerseGo.de) – Der Internationale Währungsfonds (IWF) plant offenbar ein Hilfsprogramm im Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro für Italien. Die Kredite des Rettungspakets könnten eine Laufzeit von zwölf bis 18 Monaten haben, berichtet die in Turin erscheinende Tageszeitung "La Stampa" unter Berufung auf IWF-Kreise in Washington.

Die Zinsen der Hilfskredite sollen zwischen vier und sechs Prozent liegen, wodurch sich Italien wieder deutlich günstiger finanzieren könnte als zuletzt. Der Finanzmarkt hatte von Italien bei der letzten Auktion zweijähriger Nullkuponanleihen eine Rendite von rund 7,8 Prozent gefordert. Mit dem Hilfspaket könnte der neuen Regierung von Mario Monti die Zeit zur Durchsetzung der notwendigen Reformen gegeben werden. Andernfalls drohen die stark gestiegenen Refinanzierungskosten nämlich alle Einsparungen wieder zunichte zu machen.

Laut Bericht kann der IWF das geplante Hilfspaket allerdings nicht aus den vorhandenen Mitteln finanzieren, weswegen verschiedene Möglichkeiten geprüft werden. Im Gespräch seien auch Zahlungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an den IWF, heißt es. Dadurch, dass die EZB Italien nicht direkt unter die Arme greife sondern der Umweg über den IWF gegangen werde, solle auch Deutschland beruhigt werden, schreibt die italienische Zeitung. Deutschland und die EZB sind gegen eine großangelegte direkte Staatsfinanzierung der überschuldeten Euro-Länder durch die Zentralbank.

Italien hat Staatsschulden von rund 1,9 Milliarden Euro und könnte deshalb vom Euro-Rettungsfonds EFSF nicht über längere Zeit finanziert werden. Bis 2013 will die italienische Regierung einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, also keine neuen Schulden mehr machen.