Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Kupferpreis, ein sensibler Indikator für die Entwicklung der Weltwirtschaft, stieg im Verlauf des vergangenen Monats um 5,3 Prozent. Eine Tonne des Industriemetalls kostet zuletzt knapp weniger als 7.000 US-Dollar. Damit sind die Notierungen auf Jahresfrist um 800 US-Dollar pro Tonne gesunken, wie das Vontobel-Zertifikate-Team in einer aktuellen Rohstoff-Kolumne schreibt.

    Analysten der Deutschen Bank bezeichnen die Situation bei Industriemetallen als „schizophren." Die Experten um den Marktstrategen Michael Lewis verweisen dabei auf spekulative Leerverkaufspositionen, die den höchsten Stand seit der Großen Rezession der Jahre 2008 und 2009 erreicht hätten. Dies stehe im Kontrast zu der weiterhin bestehenden Knappheit im physischen Markt. Eine solche Knappheit lasse sich am Aufpreis ablesen, die beim physischen Handel mit dem Metall zu entrichten sei.

    In diesem Spannungsfeld rechnen die Analysten damit, dass sich die Kupferpreise seitwärts bewegen werden. Dabei gäbe es jedoch die Möglichkeit für „Short-Covering-Rallys". Solche Bewegungen entstehen, wenn der Preis deutlich steigt – ausgelöst etwa durch gute Nachrichten. Dann müssen bestehende Leerverkaufspositionen bei steigenden Notierungen zurückgekauft werden, was den Preisen zusätzlich Aufwind verleihen kann.

    Analysten von Morgan Stanley weisen in einer Studie darauf hin, dass die chinesischen Kupferimporte zuletzt auf den höchsten Stand seit einem Jahr angewachsen seien. Die Belebung der Einfuhren sei ausgelöst worden durch die relativ niedrigen Kupferpreise und eine relative Verteuerung von Recycling-Kupfer.