Der Finanzdienstleister AWD wird sein defizitäres Italien-Geschäft schließen. Ein solcher Schritt wurde bereits zum Jahresanfang in Erwägung gezogen. Nach einem negativen EBIT von 10,8 Millionen Euro im Jahr 2005 wurde die Vorgabe an die Italiener, den Break Even bis zum vierten Quartal 2006 zu schaffen, nicht erreicht.

LRP Research bewertet die Maßnahme als konsequent, die gleichzeitig zu einer Verbesserung der EBIT-Marge führe. Diese hätte nach Angabe der Analysten im Jahr 2005 ohne Italien bei 9,3 Prozent anstatt der ausgewiesenen 7,5 Prozent gelegen. Der Umsatzbeitrag von Italien liege bei rund einem Prozent am Konzernumsatz und sei somit vernachlässigbar. AWD halte indes am Jahresziel von über 700 Millionen Euro fest.

Durch die Schließung entstehen Ergebnisbelastungen von 8 bis 9 Millionen Euro die vollständig in Q3 gebucht werden, heißt es in der Studie weiter. Diese sollen aus rund 3 Millionen Schließungskosten sowie der Auflösung aktiver latenter Steuern in Höhe von 5,4 Millionen Euro resultieren. In deren Folge belasten diese Größen den Nettogewinn komplett. Dennoch erwarte AWD für das dritte Quartal einen positiven Quartalsüberschuss. Das Umsatzwachstum soll über den 16,9 Prozent aus dem zweiten Quartal liegen.

Das Research Team der LRP reduziert die EPS-Schätzung für 2006 von 1,27 Euro auf 1,06 Euro. Die Analysten halten an dem bisherigen Rating „Outperformer“ wie an dem Kursziel von 32 Euro (per Ende 2007) fest.