Zürich (BoerseGo.de) – Nickel ist in dieser Woche die Rückeroberung der 14.000-US-Dollar-Marke gelungen. Dennoch ist der Preis seit Jahresbeginn um 25 Prozent gesunken und das Erholungspotenzial des Marktes ist noch ungewiss, wie die Analysten der Credit Suisse im aktuellen „Research Monthly“ schreiben.

    Neben der zunehmenden Unterbewertung von Nickel rechnen die Analysten kurzfristig mit einer anhaltenden negativen Angebot-Nachfrage-Dynamik.Deutlich werde dies vor allem in den neuen Rekordhochs der Lagerbestände, da das Angebot die Nachfrage übersteige. Der schwache Preis drücke auf die Kostenkurve der Branche – etwa ein Drittel aller Produzenten arbeiteten derzeit nicht kostendeckend – und die effizientere und günstigere Produktion von Roheisen verhindere eine schnelle Bestandsreduzierung. Ein wichtiges Thema in diesem Kontext sei die mögliche Einführung von Ausfuhrbeschränkungen für indonesisches Erz, was die Kosten für Nickel-Roheisen (NPI) deutliche erhöhen könnte. Bisher hätten die indonesischen Behörden aber noch nichts entschieden. Die Nachfrage der wichtigsten Endverbaucherindustrien, z.B. des Stahlsektors, reiche nicht aus, um das wachsende Nickelangebot aufzufangen. Der schwache Stahlpreis deute sogar auf ein Risiko einer Verlangsamung der Stahlaktivitäten hin, heißt es.

    „Daher sind die Aussichten für ein Ansteigen des Nickelpreises unseres Erachtens verhalten. Schwache technische Indikatoren liefern auch keine starken direktionalen Impulse. Daher erwarten wir vorerst eine Seitwärtsbewegung, wobei technische oder durch Short-Eindeckung bedingte Erholungen zur Absicherung gegen das Abwärtsrisiko genutzt werden sollten“, so die Credit-Suisse-Analysten.