New York/ London (BoerseGo.de) – Die Ölpreise driften zu Wochenbeginn auseinander. Während der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WT) um 43 Cents auf 93,10 US-Dollar nachgab, stiegen die Preise für das Fass der Nordsee-Sorte Brent um 20 Cents auf 103,55 US-Dollar an.

    Der Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-Il wirkte sich nicht merklich auf die Ölpreise aus, schreiben die Analysten der Commerzbank. Obwohl die asiatischen Börsen darauf am Montagmorgen mit großen Kursverlusten reagiert hätten, könnte der Führungswechsel mittelfristig die Situation auf der koreanischen Halbinsel entspannen.

    Zudem reagierte der Ölpreis laut Commerzbank kaum auf die politischen Unruhen in Kasachstan. Das Land fördert täglich etwa 1,6 Millionen Barrel und ist ein bedeutender Ölexporteur. Doch könnten die zunehmenden Proteste wegen Wahlbetrugs bei den Parlamentswahlen in Russland die Ölpreise unterstützen. Russland ist mit rund 10,3 Millionen Barrel täglich der weltgrößte Ölproduzent. Die Auseinandersetzungen könnten sowohl die Stimmung als auch die Produktion selbst beeinträchtigen, schreiben die Analysten.

    Nach Einschätzung von Händlern setzten auch die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi den Ölpreis etwas unter Verkaufsdruck. Draghi sprach mit Fokus auf die künftige konjunkturelle Entwicklung der Eurozone von "substantiellen Abwärtsrisiken".