Frankfurt (BoerseGo.de) – Die Befürchtung einer starken globalen Rezession ist derzeit das beherrschende Thema an den Finanzmärkten. Was könnte ein solches Szenario für den Ölpreis bedeuten?

In ihrem aktuellen Marktkommentar stellen die Rohstoffexperten Torsten Dennin, Fondsmanager des VCH Commodity Alpha und Ralf Müller-Rehbehn, Fondsmanager des VCH Expert Natural Resources fest: "Bereits aktuell steht der Ölpreis von gleich drei Seiten unter Druck. Erstens, lastet die turbulente Kapitalmarktentwicklung mit stark schwankenden Aktienmärkten, nachlassendem Risikoappetit der Investoren und einem wieder stärkeren US-Dollar auf der Entwicklung des Ölpreises. Zweitens, bewirkt das vorläufige Ende des Konfliktes in Libyen eine Angebotsausweitung und bringt damit die Notierungen unter Druck. Und drittens, drohen Gefahren auf Nachfrageseite in Folge von Sorgen um die US-Konjunktur und die weitere Eskalation der europäischen Schuldenkrise“.

Wird es bei einer moderaten Abschwächung der globalen Wirtschaft bleiben oder steht eine massive Rezession ins Haus? Das ist für die Experten die zentrale Frage: „Bei einem Rezessionsszenario halten wir einen zwischenzeitlichen Fall auf Niveaus um 60 US-Dollar für möglich. Dieser Fall dürfte aber - wenn überhaupt - nur zeitlich sehr begrenzt eintreten. Die auf einen solchen Preisverfall folgende Begrenzung des Angebots würde bereits entgegenwirken. Auch sind die freien Kapazitäten in der Förderung trotz Ende der Libyen-Krise weiterhin sehr eng. Und nicht zuletzt spricht die Kosten-Situation der Ölindustrie dafür, dass ein allzu starker Preisverfall nicht von Dauer sein dürfte“. Mittel- bis langfristig halten die Fondsmanager einen Ölpreis von 100 US-Dollar (WTI) bzw. 120 US-Dollar (Brent) für realistisch.