Melbourne (BoerseGo.de) – Rohöl der Nordseesorte Brent hat am Dienstag seine Talfahrt fortgesetzt und ist erstmals seit Mitte Juli 2012 unter die runde Marke von 100 US-Dollar je Barrel gefallen. Grund sind Anzeichen, dass sich das globale Wirtschaftswachstum abschwächt, was die Nachfrage nach dem schwarzen Gold verringern würde, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

    „Wie schon oft in der Vergangenheit wird der Rohölpreis dazu genutzt, um Sorgen bezüglich der Wirtschaft auszudrücken und in dieser Situation sind wir jetzt auch“, zitiert Bloomberg Amrita Sen, Ölmarktanalystin bei Energy Aspects, einem Researchunternehmen in London, die bereits am 8. April prognostizierte, dass Brent-Öl in Kürze die 100er-Marke durchbrechen wird. „Brent ist angesichts einer Verbesserung der Versorgungslage sowie mangelnder Nachfrage unter Druck“, so Sen.

    Nach enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China (Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion) waren im weiteren Handelsverlauf am Montag auch noch schwache US-Daten gemeldet worden. So fiel der Empire State Index, ein Stimmungsbarometer für den Großraum New York von 9,24 Punkten im März auf 3,05 Zähler im April (Konsens 7,00 Punkte), während der NAHB-Hausmarktindex im April auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten bei 42 Punkten gefallen ist (Konsens 44 nach 45 Punkte).

    Im Fokus stehen nun die beiden wöchentlichen Ölmarktberichte des American Petroleum Institute (API), der heute zur Veröffentlichung ansteht, sowie der morgen kommende Report mit den wöchentlichen Öllagerbeständen des US-Energieministeriums DoE.