Das Finanzierungsdefizit des Staates ist im ersten Halbjahr 2006 deutlich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, betrug das Finanzierungsdefizit nach den vorläufigen Ergebnissen 28,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vergleichzeitraum 2005 ist es damit um 12 Milliarden Euro gesunken.

Die positive Entwicklung beim Finanzierungsdefizit resultierte aus 3,2% höheren Einnahmen, die im ersten Halbjahr 2006 verzeichnet werden konnten. So stiegen die durch Einkommen- und Vermögensteuern erzielten Einnahmen mit 8,8% recht kräftig. Die Produktions- und Importabgaben – zu denen unter anderem die Mehrwert- und Gewerbesteuer zählen – entwickelten sich mit einem Plus von 5,2% ebenso positiv. Der moderate Anstieg auf der Ausgabenseite (+0,6%) begünstigte das Ergebnis ebenso.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen (1.125,6 Milliarden Euro) errechnet sich eine Defizitquote von 2,5% für das erste Halbjahr 2006. Die Defizitquote war damit deutlich niedriger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (3,7%). Zudem wurde der im Protokoll zum Maastricht-Vertrag genannte Referenzwert von 3% unterschritten.