Der US-Aktienmarkt machte am Mittwoch einen Satz nach oben. Investoren begrüßten positive Quartalszahlen, eine neue Welle von Fusionen und Akquisitionen und die Ankündigung des Milliardärs Kirk Kerkorian, seinen Anteil an dem angeschlagenen Automobilhersteller General Motors deutlich erhöhen zu wollen. Der Dow Jones Industrial Index stieg angesichts eines deutlichen Aufschlags bei der GM-Aktie um mehr als 125 Punkte.

Die General Motors Aktie stieg um 18.11% auf $32.80. Mehr als 60 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, was deutlich über dem Tagesdurchschnitt von 11,2 Millionen Aktien liegt.

Der Dow Jones stieg um 127.69 Punkte oder 1.2% auf 10,384.64 Stellen, während der Standard & Poor's 500 Index um 14.48 Punkte oder 1.25% auf 1,175.65 Stellen anstieg. Der technologielastige Nasdaq Composite gewann um 29.16 Punkte oder 1.5% auf 1,962.23 Zähler.

Die vom ehemaligen Chrysler-Großaktionär Kirk Kerkorian geführte US-Investmentgesellschaft Tracinda plant eine Aufstockung ihrer Anteile am weltgrößte Automobilkonzern General Motors von 3,89 auf 8,84 Prozent. Demnach werde General Motors ein Angebot zum Kauf von 28 Mio Aktien für $31 je Aktie unterbreitet, was einem Aufschlag von 13% gegenüber dem Schlusskurs der General Motors-Aktie von vergangenen Dienstag entspricht.

Der Technologieriese IBM verkündete am Mittwochabend in den USA ein globales Restrukturierungsprogramm. IBM wird im Zuge dessen 10.000-13.000 Mitarbeiter weltweit entlassen, was zu Kosten von bis zu $1.7 Milliarden führen werde. Der Großteil der Entlassungen soll sich auf Europa konzentrieren. Wieviele Entlassungen davon in Deutschland durchgeführt werden sollen, wurde nicht bekannt. Die IBM Deutschland GmbH beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter. Die IBM Aktie stieg im Handel an der NYSE um 0.8% auf $77.08.

US-Leichtöl schloss am Mittwoch an der New York Mercantile Exchange über der Marke von $50, nachdem ein Anstieg der Rohöllagerdaten den Kurs der Futureskontrakte zuvor bis auf $48.80 fallen lies. Analysten kommentierten den Anstieg dahingehend, dass die positiven Ölmarktdaten bereits im Vorfeld eingepreist wurden. Kurz- bis mittelfristig sei die Lagersituation bei Rohöl in den USA gesichert. Langfristig bestehen jedoch Probleme, so Analysten. US-Leichtöl verteuerte sich um 63 cents auf $50.13.

Die Aktien von United Online stiegen um 34.76% auf $11.94, nachdem der Internetdienstleister vorbörslich einen Gewinn von $16.2 Millionen oder 25 cents je Aktie auswies – ein Ergebnis, dass im Rahmen der Erwartungen lag. Zudem verkündete das Unternehmen eine Quartalsdividende von 20 cents. Im zweiten Quartal rechnet das Unternehmen mit einem operativen Gewinn zwischen $31.5-$32.5 Millionen.

Gemäß dem Marktforschungsunternehmen IDC liegen die weltweiten Ausgaben für Informationstechnologie im ersten Quartal im Rahmen der Erwartungen. Insbesonders die IT-Ausgaben in Europa hätten sich durch ein sich verschlechterndes wirtschaftliches Umfeld gedämpft entwickelt. IDC sieht Risiken hinsichtlich niedriger als erwarteter Ausgaben zum zweiten Quartal bzw dem restlichen Verlauf in 2005, zumal zu befürchten sei, dass höhere Zinsen und Ölpreise sowie Währungsfluktuationen auf dem Vertrauen der Verbraucher und der Unternehmen lasten. Auf Sicht der kommenden 5 Jahre prognostiziert IDC für den IT-Sektor jedoch eine durchschnittliche Wachstumsrate von 6 Prozent. Dabei sei mit einer verstärkten Nachfrage nach optischen Ausrüstungsgegenständen, Internet Protocol-Bandrbreiten sowie einer Fortsetzung der Erschließung drahtloser Netzwerke zu rechnen.