Grasbrunn (BoerseGo.de) - Die negativen Nachrichten bei der Wirecard AG reißen nicht ab. Nach Informationen des Finanznachrichtendiensts GoMoPa.net liegt der Staatsanwaltschaft München I seit einer Woche eine Anzeige gegen die Wirecard Bank AG wegen Geldwäscheverdachts vor. Nach Unterlagen der amerikanischen Bundespolizei FBI soll die Bank im Auftrag der englischen Immobilienfirma Bluetool Limited im vergangenen Jahr 5,7 Millionen US-Dollar (4,2 Millionen Euro) nach Florida an den dort lebenden Berliner Immoblienmakler Michael Olaf Schütt (28) überwiesen haben. Allerdings, so das FBI, waren die Gelder nicht für Immobiliengeschäfte bestimmt, sondern dienten dazu, illegale Gewinne aus verbotenen Glücksspielen in Online-Casinos auszuzahlen, wie GoMoPa.net berichtet.

    Das FBI habe bereits am 18. Februar 2010 das Luxusarpartment von Schütt in Naples gestürmt. Ihm werde vorgeworfen, seit dem 1. November 2007 über ein Firmennetzwerk von 424 Firmen 70 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) aus Deutschland an 23.000 illegale Pokerspieler in den Vereinigten Staaten verteilt zu haben. Nach 34 Tagen Untersuchungshaft kam Schütt dem Vernehmen nach am 23. März 2010 gegen Auflagen und einer Kaution von 100.000 Dollar (74.000 Euro) auf freien Fuß, weil er gegenüber dem Richter ein umfassendes Geständnis ablegte. Darin habe er massiv die Wirecard AG beschuldigt. Schütt behauptet nach einem Bericht des Gerichtsreporters der Zeitung Naples News: Er sei nur ein kleiner Geldbote. Einer von insgesamt fünf. Er habe lediglich im Auftrag und als Treuhänder für die Wirecard AG, insbesondere der Wirecard Bank AG, gearbeitet.