Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für die Bundesrepublik wie erwartet angehoben. Wie aus dem heute vorgelegten Herbstgutachten hervorgeht, rechnen die Wirtschaftsforscher im laufenden Jahr mit einem BIP-Zuwachs von 2,3 % und für das kommende Jahr mit einem Wachstum von 1,4%. Im Frühjahrsgutachten hatten die Institute noch ein Wachstum von 1,8 % bzw. 1,2 % vorhergesagt.

Die erwartete Konjunkturabschwächung im Jahr 2007 begründen die Experten vor allem mit den Folgen der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung. Allein durch die daraus resultierenden Vorzieheffekte werde das BIP-Wachstum im kommende Jahr um 0,25 % niedriger ausfallen, hieß es.

Im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuererhöhung rechnen die Institute im kommenden Jahr wieder mit einer anziehenden Inflation. Nach einem Preisanstieg von 1,7 % im laufenden Jahr wird in dem Gutachten für 2007 eine Teuerungsrate von 2,3 % prognostiziert. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen wird im Jahr 2006 bei 4,523 Millionen und in 2007 bei 4,308 Millionen erwartet.

Die Mehrwertsteuererhöhung ist für die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute kein Grund für eine straffere Zinspolitik, da es sich dabei um einen einmaligen Anstieg der Preisniveaus handelt. Dennoch halten sie einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte auf 3,50 % bis zum Ende dieses Jahres für angemessen.