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was war in der letzten Zeit nur mit dem Palladium-Preis los? Die Notierung ist unlängst auf ein Allzeithoch von 1.150 US-Dollar je Feinunze gerauscht. Mehrere Gründe führten zu der jüngsten Preishausse: Einmal, weil die USA aus dem Atomwaffenpakt INF mit Russland aussteigen wollen. Der Markt befürchtete nach der Ankündigung, dass sich die Spannungen mit einem der weltweit größten Produzenten verschärfen könnten, was auch die Versorgung auf einem ohnehin angespannten Markt erschweren könnte. Dass der Markt "eng" ist, deutet die Terminkurve an, die sich in Backwardation befindet. Das heißt, Palladium mit kurzfristiger Lieferung ist teurer als mit späterer Fälligkeit.

Außerdem dürfte die rekordhohe Nachfrage aus der Automobilindustrie auch in diesem Jahr für ein Angebotsdefizit sorgen. Die Fördermenge des Metalls wird in diesem Jahr um 481.000 Unzen unter dem Bedarf liegen und die Defizite werden bis 2020 anhalten, was zum „engsten“ Markt seit zwei Jahrzehnten führt, prognostizierten jüngst Analysten der Citigroup. Allerdings ist absehbar, dass der hohe Preis von Palladium gegenüber Platin zu Substitutionseffekten in der Autoindustrie führen könnte. Ein Preisrückgang auf 1.000 US-Dollar im kommenden Jahr ist deswegen durchaus denkbar.

Ihr Bernd Lammert

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