Geld wechseln im Urlaub – so machen Sie alles richtig

Geld in Deutschland tauschen oder doch im Urlaub? Wir zeigen Ihnen, wie Sie beim Währungswechsel bares Geld sparen können.

Wer nicht in Europa in den Urlaub fährt, hat es oft nicht leicht: Andere Währung und eigenartige Zollbestimmungen erschweren die Urlaubsplanung für Individualreisende. Schnell wird man mit der Frage konfrontiert, „Wo soll ich Geld wechseln?“. Umtauschgebühren, schlechte Wechselkurse und Betrüger – falsch machen kann man so ziemlich alles. Wer aber alles richtig macht, dem winken Ersparnisse von 5, 10 oder gar 20 Prozent! Geld das in tolle Souvenirs oder gar gleich in den nächsten Urlaub investiert werden kann. Und so geht‘s:

Planen Sie den Geldwechsel schon Daheim

Versuchen Sie sich als Erstes einen Überblick über den aktuellen Wechselkurs in Ihrem Urlaubsland zu verschaffen. Dazu eignet sich am besten ein Währungsrechner (Hier geht’s zum Währungsrechner von GodmodeTrader). So bekommen Sie nicht nur ein Gefühl für den aktuellen Wert der Währung, sondern Sie können vielleicht auch schon einen aktuellen Trend für den Kurs identifizieren. Fällt die Währung gegenüber dem Euro aktuell, empfiehlt es sich ggf. Hotelrechnungen und andere Verbindlichkeiten sofort zu begleichen. Steigt der Kurs hingegen (sprich für einen Euro bekommen sie jeden Tag mehr von der Fremdwährung), kann es sich durchaus lohnen mit dem Umtauschen von Devisen zu warten.

Die weltweiten Devisenmärkte sind in den vergangenen Jahren deutlich volatiler geworden, das heißt der Kurs schwankt von Tag zu Tag mehr. Innerhalb weniger Wochen kann der Wechselkurs durchaus auch um fünf oder zehn Prozent steigen. Passen Sie einen günstigen Zeitpunkt für den Umtausch ab, wird Ihr Urlaub entsprechend günstiger (hier finden Sie den Kursverlauf gängiger Währungskurse im Überblick).

Behalten Sie dabei auch im Hinterkopf, dass es durchaus auch Länder gibt, deren Währung so schwach ist, dass Bargeschäfte oftmals auch in Fremdwährungen durchgeführt werden. US-Dollar, aber auch Euro, sind in manchen Ländern durchaus gern gesehene Devisen, mit denen Sie zu günstigen Kursen auch bar zahlen können. In Kuba beispielsweise konnten Sie über viele Jahre auch mit US-Dollar bezahlen. Viele Deutsche erinnern sich sicherlich auch noch an die Intershopläden in der ehemaligen DDR, wo man ebenfalls nur mit D-Mark bezahlen konnte, nicht aber mit DDR-Mark.

Wann Geld umtauschen?

Bargeld für den Urlaub tauschen

Wenn Sie in ein exotisches Urlaubsland fahren, kann es oft sinnvoll sein, bereits zu Hause noch etwas Bargeld zu tauschen. Normalerweise gibt es an jedem Flughafen mindestens eine Wechselstube, die Ihnen einen akzeptablen Kurs anbieten kann. Insbesondere für die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel werden Sie ein wenig Bargeld benötigen. Tatsächlich sind die Wechselbüros an großen Flughafen meist die beste Alternative, da hier eine große Nachfrage, aber auch große Konkurrenz herrscht und so günstige Kurse gestellt werden. Doch ist der Endflughafen zu klein, gibt es vielleicht gar kein Wechselbüro.

Für so einen Fall können Sie bei jeder Bank in Deutschland Bargeld tauschen. Doch aufgepasst: gerade für ausgefallenere Währungen bieten Sparkassen & Co oft keinen guten Kurs und ggf. sogar eine hohe Tauschgebühr.

Früher galt noch die Regel, dass bei starken Währungen im Heimatland getauscht werden soll, bei schwachen im Urlaubsland. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Die Internationalisierung der Finanzmärkte hat dafür gesorgt, dass Sie fast immer vor Ort am Reiseziel den günstigeren oder zumindest einen vergleichbaren Kurs erhalten. Warum sollte die Sparkasse um die Ecke beispielsweise britische Pfund, US-Dollar oder norwegische Kronen in großen Mengen vorrätig halten? Das tut Sie in der Regel nicht und lässt sich den Umtauschservice der Barmittel oftmals auch entsprechend hochpreisig vergüten.

Wechseln Sie also vorab nur dann Geld, wenn Sie berechtigte Sorge haben, dass Sie vor Ort nach der Ankunft kein Wechselbüro vorfinden werden. Bedenken Sie bitte auch, dass es teilweise einige Tage dauern kann, bis Ihre Bank Sie mit dem Bargeld in ausländischer Währung beliefern kann und planen Sie diese Zeit mit etwas Puffer zum Reisestart ein. Üblicherweise halten nur die ganz großen Filialen gängige Währungen vorrätig.

In seltenen Fällen kann es auch aus einem anderen Grund Sinn machen, größere Mengen Bargeld zu tauschen, auch wenn der Umtausch in Deutschland mit hohen Gebühren und einem schlechten Kurs verbunden ist. Finden sich beispielsweise Indizien dafür, dass der Wechselkurs bis zum Urlaubsantritt signifikant fällt, kann sich der Bargeldtausch in Deutschland lohnen! Vergleichen Sie für diesen Fall den Interbankenkurs mit dem Kurs bei Ihrer Filiale und rechnen Sie die anfallenden Gebühren hinzu. Ist der resultierende Unterschied kleiner als die von Ihnen erwartete Kursschwankung, dann (und nur dann) lohnt der vorzeitige Bargeldumtausch. Wenn Sie vom Auf und Ab an den Währungsmärkten profitieren wollen, finden Sie in unserer Devisenrubrik tagesaktuelle Analysen und Nachrichten rund um die Devisenmärkte.

Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Geld

Zollbestimmungen für Einfuhr von Bargeld

Noch bevor Sie dem Umtausch von Bargeld hier Deutschland in Erwägung ziehen, sollten Sie sich über die Einfuhrbestimmungen in Ihrem Urlaubsland informieren. Nicht in jedem Land ist die Einfuhr von Bargeld überhaupt erlaubt, in anderen nur bis zu einem bestimmten Betrag. Manche Länder verbieten wiederum die Ausfuhr von Bargeld. In die USA dürfen Sie beispielsweise nur 10.000 US-Dollar mitnehmen. Wollen Sie mehr einführen, müssen Sie ein spezielles Zollformular bei der US-Zollbehörde ausfüllen.

Auch bei der Ausfuhr von Barmitteln gilt es aufzupassen: In China können Sie nur Renminbi (Yuan) ausführen, die Sie auch im Land selber gewechselt haben und für die Sie Umtauschvelege vorzeigen können. In Vietnam ist die Ausfuhr der Landeswährung (Dong) komplett verboten. Kurzum: Informieren Sie sich vor dem Antritt Ihrer Reise über die Ein- und Ausfuhrbestimmungen

Wo umtauschen?

Bargeld in Wechselstube tauschen

Prinzipiell können Sie Währungen weltweit bei Banken mit Privatkundengeschäft tauschen. Das ist sicher, Sie erhalten einen offiziellen Beleg und die Kursstellungen sind in aller Regel ebenfalls verhältnismäßig gut. Gerade im Ausland sind Banken aber nicht immer auf das Tauschgeschäft spezialisiert bzw. nicht auf das Geschäft mit Euro. Spezialisierte Wechselstuben können in diesem Fall oftmals den besseren Kurs liefern und sind eigentlich genauso sicher. Oftmals bietet auch Ihr Hotel einen Wechselservice an – meist aber mit sehr hohen Gebühren und einem schlechten Kurs. (In manchen Ländern, bspw. Russland, ist es Hotels aber verboten, Währungswechsel für Ihre Gäste anzubieten.)

Als kleine Faustregel sollten Sie allerdings niemals bei Privatpersonen Geld wechseln. Das Internet ist voll Urlaubern, die bei einem Umtausch auf der Straße (bei der man schnell mal auch in einen dunklen Hinterhof gezogen wird) betrogen wurden – entweder mit Falschgeld, mit zu wenig Geld oder Sie werden direkt ausgeraubt. Also Finger weg! Das gilt auch für Wechselstuben, die Ihrer Meinung nach keinen seriösen Eindruck erwecken. Ein etwaiger günstigerer Umtauschkurs wiegt das Risiko, ausgeraubt oder Betrogen zu werden, nicht auf.

Grundsätzlich empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  1. Prüfen Sie als aller erstes den aktuellen Kurs am Interbankenmarkt (zb. hier)
  2. Prüfen Sie die Aufschläge für die bargeldlose Bezahlung mit Ihrer Kreditkarte. In aller Regel liegen diese bei etwa 1 Prozent – für Sie also meist der günstigste Kurs.
  3. Überprüfen Sie den Kurs bei seriösen Wechselstuben. Sind Sie am Flughafen oder in einer größeren Stadt, scheuen Sie sich nicht davor, erstmal noch eine kleine Runde zu drehen, bevor Sie sich für eine Wechselstube entscheiden.
  4. Überprüfen Sie den Kurs bei einer Bank vor Ort.
  5. Überprüfen Sie die Gebühren für das Abheben von Bargeld mit der Kreditkarte. Auch das kann eine günstige Alternative sein, da die Kursstellung wie gesagt nur minimal von den offiziellen Kursen am Interbankenmarkt abweichen. Zudem sind Sie nicht abhängig von lokalen Öffnungszeiten.
  6. Entscheiden Sie sich für den jeweils günstigsten Kurs und tauschen Sie dort so viel Geld um, wie Sie für Bargeld-Geschäfte benötigen. Die bargeldlose Zahlung mit der Kreditkarte ist wie gesagt in den meisten Fällen günstiger als der Umtausch von Bargeld.
  7. Versuchen Sie die Anzahl der Besuche bei einem Geldwechselinstitut auf ein Minimum zu reduzieren. Das spart nicht nur Zeit sondern auch Gebühren. Bedenken Sie aber auch, dass, wenn Sie zu viel umtauschen, Sie am Ende erneut Wechselgebühren zahlen müssen.
  8. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie am Flughafen oder in der Stadt wirklich den günstigsten Kurs bekommen, lohnt es sich manchmal auch zunächst nur einen kleineren Betrag zu tauschen. Mit dem ersten Bargeld kommen Sie die ersten Tage über die Runden und können sich dann, wenn Sie Vergleichswerte für den lokalen Wechselkurs gefunden haben, das beste Wechselinstitut wählen.
Beispieltabelle für einen Kurs von 1,0000
Art Aufschlag Ankaufskurs Verkaufskurs Ihr Verlust bei 100€
Interbankenmarkt - 0,9995 1,0005 0,05 €
Kreditkarte 1% 0,9995 1,0105 1,05 €
Wechselstube 1-3% max 0,9695 1,0305 3,05 €
Hotel 1-5% max 0,9495 1,0505 5,05 €

Kreditkarten, EC-Karten oder doch Bargeld?

Bargeld im Ausland mit Kreditkarte abbuchen

Der bargeldlose Zahlungsverkehr hat in den vergangenen Jahren weltweit einen riesigen Siegeszug hingelegt. Tatsächlich gehört Deutschland noch zu den wenigen Ländern, in dem Bargeld traditionell noch einen sehr hohen Stellenwert hat. Wundern Sie sich also nicht, wenn in Ihrem Reiseziel die Kartenzahlung das präferierte Zahlungsmittel ist und stellen Sie sich darauf ein. Japan ist zum Beispiel auch ein Bargeldland, in dem Sie gerade in vielen Restaurants vergebens nach einem Kartenzahlgerät suchen. In den USA oder Finnland wiederum wird fast jedes Geschäft bargeldlos beglichen.

Die wichtigste Frage ist aber: Was ist für Sie am günstigen? Eine pauschale Antwort gibt es dafür freilich nicht. Barzahlungen lassen sich im Betrugsfalls im Gegensatz zu elektronischen Zahlungen nicht nachvollziehen und nachweisen. Es gibt auch ein höheres Verlustrisiko. Allerdings ist Bargeld maximal variabel und wird eigentlich überall akzeptiert. Andersrum sollten Sie beim Zahlen mit der Kreditkarte stets darauf achten, dass Sie keinen Betrügern in die Hände fallen, die mit Ihren Daten von Ihrem Konto zusätzliche Abbuchungen tätigen. Vergessen Sie deswegen nie die Telefonnummer der Kreditkarten-Servicehotline mit in den Urlaub zu nehmen, um Ihre Karte notfalls sperren zu können.

Herkömmliche EC-Karten wiederum ermöglichen mittlerweile das Abheben von Bargeld von Geldautomaten auch im Ausland (Japan ist allerdings ein Beispiel für ein großes Industrieland, in dem dies quasi nicht möglich ist!). Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Während manche Kreditinstitute das gebührenfreie Abbuchen vom Fremdwährungen im Ausland anbieten, fallen bei anderen EC-Karten oftmals hohe Gebühren bei einem schlechten Wechselkurs an. Informieren Sie sich also auch hier vorab bei Ihrem Bankberater.

Die verlässlichste Methode im Ausland ist deswegen die Kreditkarte. Hier bekommen Sie bei eigentlich allen Anbietern stets Kurse ganz nahe am Interbankenmarkt – völlig ohne Transaktionsgebühren. Das Aufgeld liegt in der Regel nur bei 1 Prozent, während Sie in Wechselstuben oder bei der Bank durchaus auch mal 3 oder 5 Prozent zahlen!

Auch sollten Sie nicht vergessen, dass Sie mit der Kreditkarte von Geldautomaten Bargeld abheben können. Hier erhalten Sie meist den gleichen, günstigen Kurs, zusätzlich fallen aber noch Wechselgebühren an. Insofern sollten Sie es für eine Optimierung Ihrer Reisekasse vermeiden, in vielen kleinen Transaktionen Bargeld abzuheben, sondern lieber einmal einen ausreichend großen Betrag in der Landeswährung abheben. Auch in Wechselstuben werden für den Umtausch bisweilen Gebühren verlangt.

Beachten Sie dabei auch, dass bestimmte Kreditkartentypen (Maestro, Visa oder Vpay) in manchen Ländern kaum oder gar nicht akzeptiert werden. Insbesondere Karten, die über Vpay (Visa) laufen, sind davon betroffen. Im außereuropäischen Raum können diese nicht verarbeitet werden.

Übernachtungskosten minimieren

Zuletzt ein ungewöhnlicher Punkt, den insbesondere Individualreisende nicht verpassen sollten. Der größte Posten bei Ihrer Reisekostenabrechnungen sind in der Regel die Hotelkosten ihres Urlaubs. Beachten Sie zuletzt deswegen auch, dass viele Hotelportale mittlerweile die Möglichkeit bieten, Zimmer nur zu reservieren. Will heißen: Bezahlen müssen Sie erst vor Ort beim Check-out an der Rezeption. Das geht meist bar oder mit Kreditkarte.

Und jetzt kommt der Clou: Oftmals können Sie die Zimmer auch in der Landeswährung buchen. Wollen Sie etwa in die USA fliegen, können Sie Ihre Zimmer für einen Festpreis in US-Dollar reservieren – oder aber in Euro. Welchen Vorteil hat das nun? Verliert der US-Dollar absehbar an Wert bedeutet das, dass Ihre Zimmer mit jedem Tag billiger werden.

Ein fiktives Beispiel:

1 Zimmer in New York, USA, kostet 100 Euro pro Tag. Wollen Sie 10 Tage bleiben, ergibt das eine Summe von 1.000 Euro. Der Wechselkurs EUR/USD steht zum Buchungszeitpunkt bei 1,2000. In US-Dollar würde das Zimmer entsprechend 1.200 US-Dollar kosten. Verliert der US-Dollar in den kommenden Wochen an Wert, kostet das Zimmer für eine Rechnung in der Landeswährung weiterhin 1.200 US-Dollar. Der Preis ist ja fix. Wir gehen für das Beispiel nun von einem Wechselkurs EUR/USD von 1,4000 aus. In der Summe heißt das: Ihr Zimmer kostet umgerechnet beim Auschecken nur noch etwa 857 Euro. Sie sparen sich also 143 Euro. Fällt der Wechselkurs allerdings auf 1,000 würde Sie das Zimmer, welches in Landeswährung gebucht wurde, plötzlich 1.200 Euro kosten. In diesem Fall wäre die Buchung zu einem festen Eurokurs günstiger gewesen. Will heißen: Schauen Sie sich gleich bei der Planung den Wechselkurs an und entscheiden Sie sich, wann und wie Sie buchen wollen!

(Vergleichen Sie die Direktbuchung aber immer auch mit Pauschalangeboten – diese können nämlich von Haus aus deutlich günstiger sein als alles, was Sie sich bei Direktbuchungen über Kursschwankungen sparen können)

Fazit

Abschließend konnten wir Ihnen hoffentlich vermitteln, dass Sie durch die Optimierung Ihrer Reisekasse bares Geld sparen können. Über moderne Zahlungsmittel können Sie sich Umtauschgebühren, Vermittlergebühren und hohe Aufschläge auf die offiziellen Wechselkurse ersparen. Informieren Sie sich also frühzeitig und wappnen Sie sich so vor ungewollten Überraschungen & Kosten in Ihren Urlaub!

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